Im
Rahmen des halbtägigen Senneprojekts erhalten die Schülerinnen und Schüler
der Klassen 7 Gelegenheit, den Klassen- bzw. Bioraum zu verlassen und vor Ort
Einblick in das Ökosystem Wald zu gewinnen sowie unter fachkundiger Anleitung
der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der biologischen Station Senne natürschützerisch
tätig zu werden.
Damit
findet zumindest in diesem bescheidenen Rahmen eine Annäherung an einen zeitgemäßen
Biounterricht statt, der eine Begegnung der Schüler mit Lebewesen -
Pflanzen und Tieren - sowie eine ganzheitliche Vermittlung der Phänomene
der Natur fordert (nachzulesen in: Kultusministerium
des Landes NRW: Richtlinien und Lehrpläne Biologie f. d. Realschule S. 37,
1993). Darüber hinaus stellen die Lehrpläne auf S. 38 die folgenden
Forderungen auf: " Neben dem Arbeiten im Fach- und Klassenraum hat das
Erkunden außerschulischer Lernorte einen zentralen Stellenwert
(...) In den Jahrgangsstufen
7 bis 10 erweitern die Schülerinnen und Schüler ihren Blick zunehmend, indem
sie die Wechselbeziehungen der Lebewesen in einem spezifischen
Lebensraum genauer untersuchen. Lebensräume aus dem weiteren Umfeld der
Schule, z.b. ein Wald ...werden unter vornehmlich ökologischer Fragestellung
bearbeitet. Der Einfluss des Menschen auf Ökosysteme wird zunehmend kritisch
betrachtet ...."
Diese
Forderungen in die Praxis umgesetzt würde bedeuten, dass zeitgemäßer
Biologieunterricht viel öfter dort stattfinden müsste, wo die natürlichen
Gegebenheiten vorzufinden sind, nämlich draußen in der Natur. Dass dies aus
einer Vielzahl organisatorischer, stundenplantechnischer und
versicherungsrechtlicher Gründe in der Regel nicht durchführbar ist, weiß
jeder, der dies schon einmal versucht hat.
Somit
bietet das Senneprojekt eine fast einmalige Chance, den Forderungen der
Richtlinien und Lehrpläne gerecht zu werden. Denn wie bereits Frederik Vester
in den 60er Jahren erkannt hat, ist ein Lernprozess dann besonders effektiv,
wenn möglichst viele Eingangskanäle (sprich: Sinne) beteiligt sind. Und wo
kann man den Wald besser riechen, hören, fühlen, spüren als im Wald selbst?
Mit dem Senneprojekt werden aber nicht nur fachspezifische Lernziele umgesetzt, sondern auch solche, die unsere Richtlinien allgemein fordern wie: Aufbau sozialer Verantwortung, gemeinsames Erleben und Handeln, Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen, und Handlungsorientierung, um nur einige der Wichtigsten zu nennen.